Pazifismus ist Friedensschaffung durch die Abschaffung der Fähigkeit zum Krieg durch eine Ordnung des Rechts im Weltmaßstab. msr200903

  Zentrale Thesen: 

   1. Diplomatischer Imperativ

   2. Befriedung (=Pazifikation)

   3. Globales Militärmonopol

Provisorien: Erste Schritte


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Ist Pazifismus realitätsfremd?

Realitätsfremd ist, wer ignoriert oder boykottiert, dass nach dem von allen Mitgliedsstaaten unterschriebenen Gebot der Art.24 UNO-Charta einzig der Weltsicherheitsrat über Krieg und Frieden zu entscheiden hat. 200903update

 

Ist Pazifismus wehrlos?

Pazifismus ist nicht wehrlos, sondern lehnt die Selbstjustiz zwischen den Staaten als veraltetes und falsches Verteidigungskonzept ab. 

Selbstjustizielle Verteidigungsgewalt ist nur dann legitim, wenn Nothilfe durch den Weltsicherheitsrat entweder nicht oder zu spät erlangbar ist.

Selbstjustizielle Verteidigungsgewalt ist unstatthaft, wenn das angegriffene Land das Gewaltmonopol der Vereinten Nationen hintertrieben hat, denn niemand darf aus Missständen, die er selbst mitzuvertreten hat, Rechte ableiten.
 

Wie weit darf die Selbstjustiz gehen? 

Von vornherein nur nach Maßgabe des Notwehrrechts, dürfen also beispielsweise nicht provoziert sein, und dürfen auf keinen Fall darauf gerichtet sein, Friedensschlüsse oder Gebietsabtretungen zu erzwingen, allenfalls Waffenstillstände, denn dauerhaftes Recht darf nicht aus militärischer Überlegenheit geschlussfolgert werden.
 

Was unterscheidet solchen Pazifismus von klassischer Sicherheitspolitik

Von klassischer Sicherheitspolitik unterscheidet sich pazifistische Sicherheitspolitik erstens durch die Ablehnung national konkurrierender Militärmächte, denn das ermöglicht überhaupt erst die zwischenstaatlich größeren Kriege, zweitens durch die Anerkennung des Genehmigungsvorbehalts auf Seiten des Weltsicherheitsrats, also auch durch das Erfordernis einer strikten Befolgung seiner Entschließungen.

Der Pazifismus unterscheidet sich von klassischer Verteidigungspolitik nicht durch "Gewaltlosigkeit", sondern durch die Bindung der militärischen Gewalt an ein demokratisches Weltrecht und die daraus folgende Durchsetzung des globalen Gewaltmonopols. 200903update

 

Ist Gewaltlosigkeit eine Utopie?

Die "Unerreichbarkeit" vollkommener  Gewaltlosigkeit sollte nicht zu ihrer Verketzerung verführen, denn auch die Freiheit ist stets "unvollkommen", aber im Streben danach und aus der Verteidigung ihrer Prinzipien mittels des Rechts erwächst die Freiheit und ist bei aller Unvollkommenheit "real" und unverzichtbares Ideal.  >> Gewaltlos-Pazifismus

 

Albert EINSTEIN: " ... Aus allen diesen Motiven bin ich leidenschaftlicher Pazifist und Antimilitarist, lehne jeden Nationalismus ab, auch wenn er sich nur als Patriotismus gebärdet."

 

Pazifismus und Auschwitz

Wieder einmal kam der Einwand, der Pazifismus habe Auschwitz ermöglicht.

Wohlgemerkt: Die Holocaustleugnung ist vornehmer als die Vertauschung von Tätern und Opfern, denn Pazifisten gehörten zu den ersten, die in Konzentrationslager kamen.

Ein anderes Mal kam der Einwand, dass es nicht der Pazifismus gewesen sei, der aus den Vernichtungslagern befreite.

Das stimmt, denn dann hätten es nicht 17-jährige Rotarmisten machen müssen, deren Befehlshaber anderenorts Gulags erbauten, um wieder auch Pazifisten einzusperren. 
msr200902

  
Die KRIEGSTREIBER aller Staaten, Ideologien und Religionen sind sich ihrer Feindschaft gegen den Pazifismus einig, um ihre gegenseitigen Feindschaften militärisch austragen zu können - anstatt sie zivilisiert beizulegen.

 

"Und was tun mit Schurken und Verbrechern ?"

1. So betrachten sich die Bellizisten immer gegenseitig.

2. Stellt die Gegenfrage: "Als wir die Gesetze machten, waren da alle Verbrecher einverstanden?"

Und wie das Recht in jedem Land gegen seine Widersacher durchgesetzt wurde, um die Selbstjustiz zwischen den Menschen zu mindern, so muss es auch weltweit zwischen den Staaten durchgesetzt werden, dass wer etwas will und nicht bekommt, auf den Rechtsweg geht und nicht auf den Kriegspfad.  

Wer das Militärmonopol der Vereinten Nationen ablehnt, der will den Staaten das Recht zum Krieg erhalten und weiterhin die Völker für Schurken haften lassen.

  

Albert EINSTEIN sagt folgerichtig: "Das Ziel des Pazifismus ist nur durch eine übernationale Organisation erreichbar. Die bedingungslose Befürwortung dieses Zieles ist das Kriterium des wahren Pazifismus."


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