Religionskritik
Meine Kritik an vielen Religionen und Religiösen lautet, dass sie Andersgläubige als "Ungläubige" ansehen und nicht als "Andersgläubige", obwohl sie nicht selten um die Andersgläubigkeit wissen.
Meine Kritik an vielen Religionskritikern lautet, dass sie die Gläubigen als "dumm" und "heuchlerisch" ansehen, obwohl sie Kluge und Aufrichtige kennen und wissen, dass nicht weniger heuchlerisch ist, wer sich selbst die Gebote macht.
Solche Geringschätzung für den "anderen" ist das schlechteste Zeugnis sich selbst.
sven2000/2006
aus einer Diskussion:Wäre Glaube = Unfehlbarkeitsanmaßung, dann wären die letzten Päpste schon sämtlich nicht mehr gläubig gewesen. Auch die vielen Katholiken, denen die frühere Unfehlbarkeitsanmaßung kein Widerspruch zum Glauben war, wären demnach Ungläubige.
Also ist es doch so, dass Deine Kritik zwar in der Weite berechtigt ist, wie die Anmaßung von Religiösen in der Menschheitsgeschichte zum Verhängnis wurde und wird, während diese Kritik gegenüber denen nicht sein sollte, die sich gegen solche Anmaßung verwahrten und verwahren.
Die Religionskritik kann m.E. dreierlei Gegenstand haben:
1. Die atheistische Kritik, die davon ausgeht, dass es Göttliches nicht gibt.
2. Die Religionskonkurrenz-Kritik, wenn die Anhänger einer Religion die Richtigkeit anderer Religionen bestreiten.
3. Die Kritik an bestimmten Religionsausübungen und bspw. die Unfehlbarkeitsanmaßung, aber das wäre dann nicht der spezifisch atheistische Kritik-Gegenstand, sondern ebenso Kritik-Gegenstand von Gläubigen.
(Gibt es noch mehr Varianten?)
LG von Sven 20070122 >> Diskussion
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