Karfreitag ist der höchste christliche Feiertag. Er steht für die Kreuzigung Christi im Zeichen göttlicher Sündenvergebung >> Passion Christi, Passionismus 

Meine Kommentare aus diversen Jahren sind keineswegs gleichen Tenors, aber da ich es auch nicht zu entscheiden habe, darf auch der Luxus solcher Freiheit sein, mal so und mal anders Probleme zu beleuchten: 

2021

Eine Kreuzigung würde auch ich nicht betanzt sehen wollen.
Also wenn im kommenden Jahr vielleicht Corona vorbei ist, dann wäre zu überlegen, am Karfreitag zu einer Demo gegen die Todesstrafe aufzurufen, denn sie ist noch immer ein weltweites Problem - sogar beim wichtigsten Alliierten unserer Wertegemeinschaft.

Alle Wahrnehmung von Texten ist umfeldabhängig.

Darum sei gesagt grad hier im Kreise derer, die sogar mehr als ich - zumindest an Sonntagen - hohe Meinung von Feindesliebe künden, dass ich Religiösen nicht ferner bin als anderen und so viel näher als den Nihilisten oder Gleichgültigen,
aber ich verspreche mir halt immerzu, dass mehr Vernunft wäre, wenn andere Idee wenigstens bekannt. Und dass es in allem zu überlegen lohnt, womit abgewogen.

Darum werde ich an keinem Karfreitag eine Demo gegen die Todesstrafe wollen, weil ich weiß, dass noch immer Antisemitismus ist.

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Meine Erfahrung ist, dass sich Religiöse mit mir viel lieber über das Tanzverbot als über Kreuzigung und Sündenvergebung unterhalten, weil ich dann sage:

1. Die Sündenvergebung durch Jesu Kreuzestod ist moralisch zu bequem, denn die Sünden vergeben kann nur, wem sie angetan. - Und weil nicht immer möglich, kann auch nicht für alles Sündenvergebung sein.

2. Es ist mir nicht anbetungswürdig sein, wer seinen Sohn kreuzigen lässt - aus welchen Gründen auch immer.

3. Wer so sehr gesündigt hat, dass der Kreuzestod Absolution schaffen könnte, soll sich selbst ans Kreuz begeben - und sich darin nicht vertreten lassen, denn das vergrößert bloß die Schuld.

4. Und wer es trotzdem für richtig und gut hält, dass sich Jesus zwecks Sündenvergebung habe kreuzigen lassen, dem sei klar, dass Jesus schlussendlich keine Sündenvergebung versprach, sondern erbat - und womöglich nur für jene, die nicht wüssten, was sie tun.

Ganz gleich, ob Gott oder kein Gott, ist ein besserer Mensch, wer Gutes tut und möglichst wenig schlecht.

Zelebriere dich nicht in Ursünde-Mythen wegen eines Apfels, feiere dich nicht für eine Demut, die keine ist, wenn du dich im Unterschied zu anderen Lebewesen für ein göttliches Ebenbild hältst, um sie wie Untertanen zu betrachten.

Gehe hin - und mehre dich weniger, denn so viele unseresgleichen hält die Natur nicht aus, zumal allen Menschen gleiches Recht zusteht, nicht schlechter zu leben als wir.

Gehe hin - und tanze - nicht um das Goldene Kalb, sondern aus Freude am Tanz, wenn du es dir halbwegs verdienst.

Schon klar, dass ich nicht zum Rabbi tauge, obgleich das mein Kosename war.

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Ja, das ist wahr, doch dieses Jahr braucht es Trost für Religiöse. Das ist mein Part:
Da auch die Gläubigsten die Jesu-Geschicke nicht exakt zu datieren wissen, sollte sich das gemeinsame Feiern der Kreuzigung auf bessere Zeiten verschieben lassen.

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wer von uns das Tanzen hinter sich hat, darf über Tanzfreudige viel weniger lästern ;-)

Markus S. Rabanus 2021-03-24

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2017

GEHT TANZEN !


Ein ansonsten gescheiter Facebookfreund (C-Politiker) meinte: 
"Wer am Karfreitag tanzen will, kann am Karfreitag auch arbeiten."

Nu' hatters jelöscht. Richtig so, denn ich wollte ihm schreiben, 

1. dass wer arbeiten soll, nicht tanzen kann, ausgenommen Tanzlehrer usw.,

2. dass wir uns darüber unterhalten sollten, ob die "Frohe Botschaft" eher die Sündenvergebung oder die Auferstehung ist. 
Wenn Sündenvergebung, dann Tanz ruhig auch heute am Karfreitag, obgleich versprochen hat er die Sündenvergebung ja nicht, sondern bloß drum gebeten, wenn man es sich genauer anschaut als gepredigt wird.

3. Und ich finde meine (bisherigen) Sünden nicht gar so schlimm, dass dafür ein Unschuldiger gekreuzigt werden müsste, wie ich überhaupt gegen Menschenopfer bin. 
Und war darüber schon als Kind nicht froh, wie auch immer alle probierten, es mir heilig zu reden.

Aber allemal: Sei lieb gegrüßt aus Berlin und genieße die Feiertage, derer wir viel zu wenige haben, auch zum Tanzen ;-)

Markus S. Rabanus 20170417


Aber tanzt den Religiösen nicht auf der Nase !!!

Während sich das obige Posting eigentlich eher theologische Fragen aufwerfen sollte, ging es in der anschließenden Facebook-Debatte bislang ausschließlich um die politische Frage des Respekts vor Religiösen, deren Feiertagen und das Verbot von Tanzveranstaltungen.

Also dann dazu: Der Respekt wäre gewahrt, indem Tanzveranstaltungen nicht in öffentlicher Gegenwart von Christen stattfinden und wenn an religiösen Feiertagen keine Gegenveranstaltungen die Religionsausübung der Gläubigen nicht beeinträchtigt werden. 

ABER zu verlangen, dass alle anderen in Stille, in selbige Trübsal oder Freudentaumel fallen, wie es einge Gläubige von Andersgläubigen und Atheisten verlangen, das hat nichts mehr mit Respekt zu tun, weil der Respektanspruch keine Einbahnstraße sein darf. 

Markus S. Rabanus 20170418


"Alle Jahre wieder!" provozieren muntere Christen mit Sprüchen zugunsten des Tanzverbots.
"Alle Jahre wieder!" soll dann auch Antwort sein
.

Meine Antwort des Karfreitags 2019 lautete: 

Wir sind gewiss und leider kein "tanzendes Volk", aber ein Staat, der religiöse Verbote für Andersgläubige und Nichtreligiöse unter Strafandrohung verbindlich macht, verletzt das Menschenrecht. - Nicht immer nur in Saudi-Arabien, im Iran usw.

Markus S. Rabanus 201190419

Dazu ein Tanzfilmchen: 
facebook.com/ayana.young.395/videos/10219009413216081/?hc_location=ufi  


Schon zuvor und in all den weiteren zweittausend Jahren des Streits der Horden um das Goldene Kalb als Streit um den richtigen Glauben und die richtigen Zeremonien, trat der Spielverderber auf und sprach: 

Ihr sollt nicht töten! Ihr sollt vergeben und Eure Feinde lieben!

Vergebung? Die Feinde lieben?  Mitten im Krieg?

Da nannten ihn welche einen Heuchler, einen Verräter. Und kreuzigten ihn.

Zu allen Zeiten.

Wann immer der Spielverderber kam. Und gemeinsame Regeln anmahnte.

msr20090410      

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