Datenschutz     

Unter Datenschutz wird zumeist nur verstanden, dass der Staat möglichst wenig Rechte habe, Daten zu erheben. 
Mir käme es hingegen darauf an, dass es für jede Datenerhebung gegebenenfalls zeitlich verzögerte Auskunftsrechte der betroffenen Bürger geben sollte, welche Daten zu welchem Zweck von ihm erhoben wurden, was deren Inhalt war und wann die Löschung erfolgt. 

Meine Forderung lautet: 
Keinerlei Datenerhebung, solange dem Bürger kein eigenes Auskunftsrecht zugestanden wird.
Erstrecht keine Ausweitung irgendwelcher Datenerhebungsrechte des Staates, so lange die vorstehende Forderung erfüllt ist.  sven

Freiheitsmissbrauch = Freiheitsverlust

von Sven Redaktion am 9.Jul.2002 16:52 

Hallo Loki,

wir wissen von dem Datenhunger des Staates und sind zumindest hier im Verlag gemischter Gefühle:

Einerseits kostet uns die Sicherheit unserer Internet-Aktivität JEDEN TAG mehrere Stunden kostbarste Lebenszeit, denn wir bekommen JEDEN TAG den DRECK von Hunderten Rechtsextremisten. Dass wir überhaupt noch "nett" sind, ist einzig dem Umstand geschuldet, dass wir uns ein Bild von Tätern machen: verkorkste Kids. Loki, es sind verkorkste Kids, wann immer wir sie erwischen.

Und sie richten enorme Schäden an. Was das für uns als Webmaster auch kommerzieller Seiten bedeutet, malt sich kaum jemand aus oder würde uns die Einstellung unserer politischen Webs empfehlen.

Da wäre uns schon sehr geholfen, wenn die Ermittlung zuverlässiger wäre, denn die Anonymität ist NICHT nur FREIHEIT, sondern auch MISSBRAUCH. - Man kann die Dreckskinder nicht waschen, wenn man sie nicht zu fassen bekommt:-))

Aber betroffen ist eben auch die Freiheit. Darum nehmen wir den DRECK hin und wenden uns gegen solche Überwachung, die nicht selbst streng datenschutzrechtlich überwacht würde:

Den Überwachten müsste mit Ablauf einer bestimmten Frist mitgeteilt werden, was Veranlassung für welche Datensichtung war, damit sich jeder gegen unmotivierte Ausspähung wehren kann.

Die Verteidigung der Meinungsfreiheit und Privatsphäre gehören gesetzlich in dem Maße kodifiziert, wie Daten erhoben UND ausgewertet werden.

Die technische Zwischenspeicherung eröffnet zwar Möglichkeiten zum Datenmissbrauch und für einen "Überwachungsstaat", aber das wäre noch BEHERRSCHBAR, wenn wir die Politik auf periodische und persönliche Kundgabe an die Betroffenen verpflichten würden. Daran fehlt es vor allem.

Extremisten haben für diese Position überhaupt kein Verständnis, denn sie haben nichts wie wir zu verlieren und es kümmert sie unser Schaden nicht. Im Gegenteil.

Nachtrag  10/2003

Für diese Position haben nicht nur Extremisten kein Verständnis, sondern auch viele Demokraten - mit jeweils mehr oder weniger guten Gründen.


Loki, du magst die Entwicklung bedauern, ich bedaure das auch, aber eben anders als du. Und wir werden beide darin verlieren.

Wieder bestätigt sich, dass die FREIHEIT kaum mehr ist als bloße VEREINBARUNG, an die man sich hält.

So wenig Staat wie möglich, aber so viel wie nötig und so demokratisch kontrollierbar wie möglich.

Grüße von Sven

ps: mal nicht in Sachen INIDIA, sondern in Sachen Webmaster und kommerziellem Verlag; regt euch nur drüber auf, aber das ist dann der Unterschied zwischen Betroffenheit und Schwadronieren

ältere Diskussion

>> Vorratsdatenspeicherung 200909

>> Diskussion im Kontext Stasi-Akten

>> Datenkrake

>> gehacktes Forum

>> Beckmann will Maut-Daten anzapfen 20060805

>> Datenschutz als Grundrecht 200605

>> Enttarnen von V-Leuten 20060731

>> Anti-Terror-Datei für Deutschland 200607

>> SWIFT schnüffelt für CIA und FBI 200606

>> Telefonüberwachung 20050727

>> Videoüberwachung 20050714

>> Satellitengestützte Überwachung 200504

>> Diskussion im Kontext Stasi-Akten 200310

>> ZZZ.htm Inidia gegen Internet-Missbrauch

>> Quellenschutz unserer Projekte

Verfassungsschutz

bezieht sich u.a. auf den Artikel unter http://techupdate.zdnet.de/story/0,,t419-s2118259,00.html 

 

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